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Frau mit Neurodermitis im Gesicht - gerötete Haut
Ratgeber

Schminke bei Neurodermitis

Was bei empfindlicher Haut funktioniert

27. Januar 2026
10 Min. Lesezeit
Autorin: Joanna

Es gibt Tage, da will man einfach nur in den Spiegel schauen und sich nicht zuerst als "Hautzustand" begegnen. Man will arbeiten, lachen, rausgehen, leben. Und man will entscheiden dürfen, ob man Rötungen zeigt oder sie abdeckt. Neurodermitis funkt da manchmal dazwischen. Nicht aus Bosheit. Sondern weil die Haut Barrierearbeit leistet, während wir eigentlich gerade Alltag wollten.

Die gute Nachricht: Schminken kann funktionieren. Die schlechte Nachricht: Es funktioniert nicht nach "Beauty-Regeln", sondern nach Barriere-Regeln.

Der Mythos und die Wirklichkeit: Was bei Neurodermitis in der Haut passiert

Der Mythos lautet oft: "Meine Haut ist halt empfindlich, ich brauche nur das richtige Make-up." Das klingt logisch. Es ist aber zu kurz.

Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört. Die Haut verliert leichter Wasser (gestörte Lipidschicht), trocknet schneller aus und lässt Reizstoffe, Allergene und Mikroorganismen einfacher durch. Man kann sich das wie eine Mauer vorstellen, bei der der Mörtel bröckelt. Dann kommt nicht nur Kälte durch, sondern alles.

Und weil die Barriere schwächer ist, reagiert das System schneller mit Entzündung, Juckreiz, Brennen. Das ist keine Einbildung. Das ist Biologie: geschwächte Barriere plus entzündliche Bereitschaft.

Was heißt das konkret für Schminke:

Du trägst nicht einfach Farbe auf Haut. Du trägst sie auf ein Schutzsystem auf, das gerade unterbesetzt ist.

Wann Make-up okay ist und wann nicht

Die wichtigste Unterscheidung ist simpel: ruhige Phase vs. akuter Schub.

Wenn die Gesichtshaut erscheinungsfrei ist, also höchstens trocken, aber ohne Ekzeme, kann Schminken möglich sein. In akuten Ekzemphasen wird es oft schlechter, weil jede zusätzliche Schicht, jedes Reiben, jedes Abschminken den Stress erhöht.

Praxis-Regel:

Wenn es beim Auftragen brennt, spannt, sofort juckt oder du nach dem Abschminken "mehr Gesicht" als vorher hast, dann war das heute kein Make-up-Tag. Dann war das ein Barriere-Tag.

Worauf du bei Produkten achten solltest

Bei Neurodermitis entscheidet selten "Deckkraft". Es entscheiden Inhaltsstoffe und Verhalten.

Duftstoffe sind ein häufiger Trigger. Die American Academy of Dermatology empfiehlt deshalb "fragrance free" und warnt sogar vor "unscented", weil dort Duftstoffe nur überdeckt sein können.

Ein zweiter Punkt ist die Formulierung selbst. Je komplexer, desto mehr potenzielle Reizpunkte. Viele Menschen kommen mit mineralischem Make-up besser klar, weil es oft weniger irritiert. Die National Eczema Society nennt Mineral Make-up als tendenziell weniger reizend.

Und dann kommt der unterschätzte Teil: mechanische Reizung. Pinsel, Schwämmchen, Rubbeln. Neurodermitis-Haut reagiert nicht nur auf Stoffe, sondern auch auf Umgang.

Eine barrierefreundliche Make-up Routine

Ich halte es bewusst schlicht, weil Neurodermitis keine Lust auf zehn Schritte hat.

1

Basis zuerst

Du pflegst, wartest kurz, lässt die Haut "ankommen". Ziel ist nicht Glow. Ziel ist Reibungsarmut.

2

Weniger Produkt, weniger Druck

Du tupfst, du ziehst nicht. Du arbeitest von der Mitte nach außen. Du baust Deckkraft in dünnen Schichten auf.

3

Abschminken ohne Kampf

Kein Rubbeln. Keine Tücher, die wie Schmirgelpapier tun. Lieber sanft lösen, abnehmen, nachpflegen.

S'METICS bei Lira: Bausteine für empfindliche Haut

S'METICS hat eine dekorative Option, die in dieser Logik gut passt: Die "COLOR FOUNDATION" wird als frei von Paraffinen, Silikonen, Duftstoffen und Mikroplastik beschrieben. Sie ist leicht deckend und mattierend, ohne "Maske".

Und als Basis darunter passt die Idee der Sensitive Care: klare Rezepturen, Verzicht auf Duftstoffe und eine Ausrichtung auf Beruhigung, ohne die Haut zu überfordern.

Wichtig: Auch ein gut formuliertes Produkt ist keine Garantie. Neurodermitis ist individuell. Wir testen deshalb immer barriereorientiert, Schritt für Schritt.

Wann professionelle Einschätzung sinnvoll ist

  • Wenn du regelmäßig brennst, obwohl du schon "alles weggelassen" hast
  • Wenn das Ekzem im Gesicht aktiv ist
  • Wenn du den Verdacht hast, dass du auf einzelne Inhaltsstoffe reagierst

Dann ist das nicht "Stell dich nicht so an", sondern ein sauberes Signal. Bei Verdacht auf Kontaktallergie oder bei starkem Schub gehört das ärztlich abgeklärt. Und für alles, was davor liegt, gibt es eine sinnvolle Zwischenstufe: Wir schauen uns deine Haut vor Ort an, ordnen deine Pflege, deine Schminkroutine und deine Trigger, und bauen eine Routine, die sich nach dir anfühlt.

Willst du deine Haut und Make-up Routine sauber sortieren?

Komm vorbei. Wir machen eine Hautanalyse und schauen gemeinsam, was deine Haut gerade braucht und wie du Make-up so nutzt, dass es dich unterstützt statt dich zu stressen.

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Häufige Fragen zu Make-up bei Neurodermitis

Darf ich mich bei Neurodermitis schminken?

In ruhigen Phasen oft ja. Wenn die Gesichtshaut erscheinungsfrei ist, also höchstens trocken, aber ohne Ekzeme, kann Schminken möglich sein. In akuten Ekzemphasen wird es oft schlechter.

Warum brennt Make-up bei Neurodermitis manchmal?

Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört. Die Haut verliert leichter Wasser, trocknet schneller aus und lässt Reizstoffe einfacher durch. Dadurch reagiert sie schneller mit Entzündung, Juckreiz und Brennen.

Ist mineralisches Make-up besser geeignet?

Viele Menschen kommen mit mineralischem Make-up besser klar, weil es oft weniger irritiert. Entscheidend ist am Ende immer die individuelle Hautreaktion.

Welche Inhaltsstoffe sind häufige Trigger?

Duftstoffe sind ein häufiger Trigger. Auch sehr komplexe Formulierungen können mehr potenzielle Reizpunkte mitbringen. Deshalb ist weniger oft mehr.

Joanna - Inhaberin Lira Kosmetik

Autorin

Joanna

Inhaberin von Lira Kosmetik in Aßlar. Spezialisiert auf Hautanalyse und die Behandlung sensibler Haut. Joanna verbindet fundiertes Fachwissen mit einem einfühlsamen Blick für die individuellen Bedürfnisse jeder Haut.

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